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Produziert für:

Credits:

Autor*innen: u.a. Lena Elfers, Frederik Fleig, Jana Gareis, Laura Kipfelsberger
Schnitt: u.a. Vincent Biel, Daniel Laudowicz, Sören Schlotfeldt
Kamera: u.a. Marcus Zahn, Martin Nowak, Matthias Ditscherlein, Phillip Mall, Nick Neufeld
Redaktion MDR: Christine Färber (MDR), Jochen Vinzelberg (MDR)
Produktionsleitung MDR: Alexandra Dorn (MDR)

Creative Producer: Paula Willert
Produktionsleitung: Anne Tiede
Produzent*in: Roxana Hennig, Gunnar Dedio

Über das Projekt:

Das Y-Kollektiv besteht aus jungen Journalist*innen. In unseren Reportagen zeigen wir die Welt, wie wir sie erleben. Recherche machen wir transparent. Unsere Reportagen sollen Diskussionen auslösen; sie sind nicht immer neutral, aber immer ehrlich. Neue Folgen gibts jeden Montag um 15 Uhr.

Eine Produktion der LOOKS Media GmbH im Auftrag des MDR für ARD.

Folgen:

JGA extrem: Eskalation ohne Grenzen | Y-Kollektiv

Während in Deutschland die Zahl der Eheschließungen sinkt, boomt das Geschäft mit Junggesell*innenabschieden – und das immer extremer. Neben Bauchläden, Partybussen und absurden Eskapaden entsteht ein Millionengeschäft mit Schattenseiten – immer näher an der Grenze zum moralisch Vertretbaren.

Reporter Frederik Fleig begibt sich in dieser Y-Kollektiv-Reportage auf eine Reise in die Extreme eines gesellschaftlichen Rituals, das zwischen Spaßkultur und moralischem Ausnahmezustand pendelt. Was früher ein feuchtfröhlicher Abend unter Freund:innen war, ist heute ein lukratives Business mit teils fragwürdigen Angeboten.

Frederik, der selbst wenig mit der JGA-Kultur anfangen kann, wirft einen kritischen, aber offenen Blick auf die Szenen, Menschen und Mechanismen hinter dem Spektakel. Eine Reportage über den weitverbreiteten Wunsch, noch einmal vor der Ehe “die Sau rauszulassen“ und was dafür heute im Extremfall gegen Geld möglich gemacht wird.

Ausländer kriminell, Ossis rassistisch? | Y-Kollektiv

Das Thema Migration hat den Bundestagswahlkampf geprägt – doch was bedeutet das für die Menschen, über die gesprochen wird? Die Journalistin Lena Elfers will es genauer wissen. Raus aus ihrer Komfortzone und der eigenen Bubble wagt sie für Y-Kollektiv ein Experiment: zehn Tage lang absolviert sie ein Praktikum in einer Geflüchtetenunterkunft in Erfurt und lebt gleichzeitig in einem Stadtteil, wo die AfD bei der letzten Wahl die Mehrheit erzielte. Zwei Welten, die oft gegeneinander ausgespielt werden, treffen so für Lena direkt aufeinander.

Der Film erzählt von Vorurteilen, Unsicherheiten und Begegnungen, die Klischees durchbrechen. Lena trifft Menschen mit völlig unterschiedlichen politischen Überzeugungen, die ihr dennoch sympathisch sind. Und auch unter den Geflüchteten passen nicht alle in das Bild, das viele haben – sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Zwischen Ablehnung und Annäherung sucht die Reportage nach der Wahrheit hinter den Klischees. Sie zeigt, wie politische Radikalisierung den Alltag prägt und stellt die drängende Frage: Wie kann ein Miteinander in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft noch gelingen?

Messer-Hype im Netz - Horror im Real Life | Y-Kollektiv

„Aus Eigenschutz hab ich ein Klappmesser dabei.“ – „Ist doch normal inzwischen.“ Auf dem Skaterpark in Halle-Neustadt wird offen über das Thema gesprochen: Immer mehr Jugendliche tragen hier offenbar Messer bei sich – zur Abschreckung, zur Selbstverteidigung oder schlicht als Statussymbol. Die neue Y-Kollektiv-Reportage „Gefährlicher Messer-Hype“ geht dem Phänomen auf den Grund. Autorin und Reporterin Laura Kipfelsberger trifft in Halle (Saale) auf Jugendliche, Boxtrainer, Türsteher und Menschen, die selbst Opfer von Messerangriffen wurden.

Ihre Reise beginnt in Sachsen-Anhalt. In einem Boxclub in Halle-Neustadt trifft Laura auf Ronny – früher selbst gewaltbereit, heute Trainer und Mentor für Jugendliche. Seine Beobachtung: „Die sind bereit zuzustechen, das ist der Wahnsinn.“ Die Reportage zeigt, wie leicht man an teils verbotene Messer gelangt – online, ohne Altersprüfung. TikTok-Algorithmen verstärken den Hype, präsentieren Messer als cooles Accessoire. Selbst vermeintlich harmlose Kiosktreffen in Halle können eskalieren. Einer der Jugendlichen zeigt Laura eine Narbe: „Das ist mit ’nem Messer passiert.“

Was macht das mit Jugendcliquen – wenn das Tragen von Messern zur vermeintlichen Normalität wird? Und was sagt die Polizei zu dieser Entwicklung? In Bremen begleitet Laura schließlich eine Kontrolle in einer Waffenverbotszone – mit überraschendem Ausgang.

Kokainflut im Hamburger Hafen - Jagd auf die Drogenhändler | Y-Kollektiv

Kokain ist eine der lukrativsten Drogen weltweit, und der Hamburger Hafen hat sich zu einem zentralen Umschlagplatz entwickelt. Fast wöchentlich melden Polizei und Spezialeinsatzkommandos tonnenschwere Funde. Allein beim letzten großen Fund beschlagnahmten die Behörden insgesamt 35,5 Tonnen Kokain. Trotz dieser Dimensionen gehen Experten davon aus, dass nur etwa 5-10 Prozent des aus Südamerika geschmuggelten Kokains entdeckt und beschlagnahmt werden. Der Rest findet seinen Weg in die Nasen der Konsumenten.

Die Stadt Hamburg hat im November 2023 das „Bündnis Sicherer Hafen Hamburg“ gegründet, um den Koksschmugglern den Kampf anzusagen. Seit Anfang des Jahres haben sich auch mehrere europäische Häfen zusammengeschlossen, um noch koordinierter gegen Schmuggler vorzugehen. Reporter Frederik Fleig, selbst Neu-Hamburger, will verstehen, welche Ausmaße der Schmuggel am Hamburger Hafen angenommen hat, wie die Logistik der Kartelle ist und wer alles mitverdient am lukrativen Geschäft mit Kokain.
Frederik begleitet zwei Einsätze bei einer Spezialeinheit des Zolls, die sich mit dem Kokainschmuggel befasst. Er spricht mit dem polizeilichen Leiter des neuen Hamburger Hafensicherheitszentrums, die eine Zeitenwende im Kampf gegen das Kokain in Hamburg einleiten wollen. Dabei offenbart sich, mit welchen Methoden die Schmuggler arbeiten und wie sie Hafenmitarbeiter mit Bestechungsgeldern und Gewaltandrohungen unter Druck setzen.

Heilung durch Glaube? So läuft ein Exorzismus ab | Y-Kollektiv

Wer glaubt heute noch an Dämonen oder den Teufel? Exorzisten, die besessene Seelen befreien sollen, kennt man vor allem aus Horrorfilmen und würde sie eher im Mittelalter verorten. Doch in sozialen Medien und einigen deutschen Freikirchen scheint das Thema Dämonenbefreiung aktueller denn je zu sein.

Was Reporterin Jana Gareis bei einem Heilungsdienst in Dortmund erlebt und warum einer jungen Polin wegen ihrer Vorliebe für Mangas und Rockmusik Dämonen ausgetrieben werden sollten, erzählt sie in dieser Folge des Y-Kollektiv. Für die Reporterin hat das Thema eine besondere persönliche Bedeutung: Sie kommt aus der Nähe von Klingenberg am Main, jenem Ort, an dem der Fall Anneliese Michel in den 1970er-Jahren traurige Berühmtheit erlangte. Anneliese, die damals auf die Schule ging, die auch Jana Gareis später besuchte, starb nach einem Exorzismus, der sich über Monate hinzog.

Während die katholische Kirche in Deutschland offiziell auf Distanz zu großen Exorzismen geht, sind diese Rituale in einigen Kirchen Polens auch heute noch Teil des religiösen Alltags. In Warschau trifft Jana Gareis zwei Priester der anglikanisch-episkopalen Kirche, die regelmäßig Dämonenaustreibungen durchführen. Aber auch in deutschen Freikirchen und auf Social-Media gewinnen solche Befreiungs-Rituale wieder an Bedeutung. Ein prominentes Beispiel ist der selbsternannte Exorzist „Nature 23“, der seine Austreibungen auf Plattformen wie YouTube teilt. Sie richten sich häufig an Frauen mit psychischen Erkrankungen.