Autorin: Katharina Vorndran
Schnitt: Daniel Laudowicz
Kamera: Dirk Meinhardt, Markus Janßen
Redaktion MDR: Jochen Vinzelberg
Produktionsleitung MDR: Alexandra Dorn
Creative Producing: Paula Willert
Produktionsleitung: Anne Tiede
Produzent*innen: Roxana Hennig, Gunnar Dedio
Bei „Nah dran“ geht es um die elementare Frage, was im Leben eigentlich wichtig ist. Menschen erzählen von ihrem Schicksal, was sie bewegt und beschäftigt.
Eine Produktion der LOOKS Media GmbH im Auftrag des MDR.
In Ostdeutschland leben deutlich weniger Personen mit Migrationshintergrund als im Westen. Wer hier nicht deutsch aussieht oder eine andere Sprache spricht, fällt eher auf. Der Film zeigt, wie Menschen zwischen Fremdsein und Dazugehören ihren Weg finden: Ein im Erzgebirge geborener junger Mann mit vietnamesischen Wurzeln, eine syrische Flüchtlingsfamilie, die in Erfurt einen Buchladen eröffnet, und die Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft im thüringischen Saalfeld.
Ab wann gehört man dazu?
Duc Pham wurde in Sachsen geboren, genauer gesagt in Bad Schlema. Seine Eltern kamen als Vertragsarbeiter in die DDR. Obwohl er in einer typisch ostdeutschen Umgebung aufwuchs – geprägt von DDR-Kinderliedern und erzgebirgischen Schwibbögen – hatte er stets das Gefühl, sich am besten unsichtbar machen zu müssen, um dazuzugehören. Heute erkennt er, dass er sich auf diese Weise instinktiv vor Rassismus geschützt hat. Mittlerweile lebt der 33-Jährige in Berlin. Doch seine Wurzeln lassen ihn nicht los. Die Doku begleitet ihn auf eine Reise in seine Vergangenheit: Sie beginnt in der Zeit, in der er in den Straßen von Zwickau versuchte, bloß nicht aufzufallen und führt in sein heutiges Leben als bildender Künstler und Performer.
Anders ergeht es Nader Raslan und Siba Biri. Das syrische Ehepaar floh 2017 nach Erfurt – mit dem Wunsch, hierzubleiben. Sie haben die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt und verwirklichen sich einen Traum: Sie eröffnen den ersten arabischen Buchladen in Thüringen. Für Nader und Siba ist dieser Laden weit mehr als nur ein Geschäft. Er ist ein Zeichen dafür, dass sie sich nicht verstecken wollen, und zugleich ein Ort der Begegnung – für die arabische Community in Thüringen, aber auch für interessierte Deutsche. Doch ihr Lebenstraum wird nicht nur mit Wohlwollen aufgenommen.
Ein Leben im Spagat zwischen Anfeindung und Unterstützung.
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